Complicated von Hito (Die beste Beschreibung für das Verhältnis zwischen Kaiba & Atemu(=Yami)) ================================================================================ Kapitel 11: Erkenntnisse ------------------------ Titel: Complicated Staffel 2 - Teil 11: Erkenntnisse Anmerkung: Diese Kapitel ist für Umi ^^ Und wieder eine Unterscheidung zwischen >Spiel< und >,Spiel'< *Seto nun auch mal seine Gedanken darlegen kann, sofern er sie nicht verdrängt* ^^ Zeit: 2 Tage nach der erneuten ,Sache' Setos POV "Herr Kaiba, nach ca. 50 Kilometern sollten Sie noch einmal unsere Werkstatt aufsuchen, da wir die Reifen nachziehen müssen", teilt mir ein etwas älterer Mechaniker meiner Autowerkstatt des Vertrauens mit. "Gut, ich werde dann morgen noch einmal vorbeikommen. Die Rechnung mit der Quittung für die Reifeneinlagerung schicken Sie mir dann wie üblich per Post zu." Nachdem der Mechaniker dies bestätigte, drehe ich die Zündschlüssel meines Autos um und verlasse die Werkstatt. Natürlich hätte ich einen meiner Angestellten mit dem Reifenwechsel (Winterreifen auf Sommerreifen) beauftragen können, aber ich lasse nur äußerst ungern andere Leute mit meinem Auto fahren. Seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer dieses silbernen BMWs - ein 2-Türer. Einen größeren benötige ich sowieso nicht, zumal ich meistens alleine unterwegs bin oder nur Mokuba mitnehme. So wie auch heute. Ein kurzer Blick auf die digitale Uhr, welche im Armaturenbrett neben dem CD-Player eingearbeitet ist, zeigt mir, dass ich Mokuba in gut 20 Minuten von seiner Schule abholen muss. Da ich sowieso den Termin in der Werkstatt hatte, habe ich ihm vorgeschlagen, dass ich ihn auf dem Heimweg mitnehme und wir zuhause gemeinsam zu Mittag essen. Aber bis dahin kann ich mich noch dieser Leidenschaft hier widmen: Ich genieße es diese besondere Art von Kraft und Stärke zu spüren, jene auch kontrollieren zu können, denn >power is nothing without control<. Silber? Warum habe ich die Farbe ,Silber' gewählt? Nein, nicht weil es mich an meine BEWDs erinnert, sondern weil diese herrlich Farbe hervorragend zum edlen, aber dennoch sportlichen Stil dieses BMWs passt. Silber ist zwar insofern unpraktisch, da man sofort jeden Schmutz auf dieser sonst so makellosen Oberfläche sieht, aber darum kümmert sich ein Angestellter von mir, wobei dieser freilich auch noch weitere Aufgaben zu erfüllen hat. Es vereinfacht natürlich, wenn man solch eine Position wie die meine besetzt. Jedoch beinhaltet diese Stelle auch ebenso viele Pflichten sowie Verantwortung. Aber das ist nun mal mein Leben, an welches ich mich gewöhnt habe. Nein, ich musste mich daran gewöhnen. Ich hatte gar keine andere Alternative, da es nur die zwei Möglichkeiten gab: Entweder als glanzvoller Sieger hervorgehen oder erbärmlich an der Last zerbrechen. Außerdem bewirkt solch ein herausragender Status leider ebenfalls, dass man von vielen ,falschen Freunden' umgeben ist, welche nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und nur auf einen kleinen Schwächemoment oder Fehler warten um dann machtgierig alles an sich zu reißen, was ich mir je aufgebaut habe. Solchen Leuten bin ich schon so oft begegnet und werde ich noch oft entgegentreten. Distanz bewahren, nur geschäftliche Angelegenheiten diskutieren, niemals einen winzigen Einblick in den privaten Bereich gewähren, professionell sein, keine Angriffsfläche bieten - meine Grundregeln für das Berufliche. Für diejenigen, die sich als ,wahre Freunde' herausstellen könnten, bin ich zu unnahbar, zu sehr kühler, berechnender Geschäftsmann. Aber ich lege auch keinen sonderlich großen Wert auf weitere soziale Kontakte, da mein Tag sowieso hauptsächlich durch die KC eingenommen wird. Des Weiteren will ich auch noch etwas Zeit mit Mokuba verbringen, zumal er mich zur Zeit eh so selten zu Gesicht bekommt. Daneben habe ich schon meine DuelMonsters-Aktivität auf ein kaum erwähnenswertes Minimum reduziert, und hin und wieder muss ich meine Kurse in der Schule besuchen. Ich gehe relativ gerne zur Schule, da ich dort mit den vergleichsweise banalen Problemen gewöhnlicher 19-jähriger konfrontiert werde. Dadurch kann ich für wenige Momente den ganzen Stress mit der KC, die ganzen Strapazen mit den lästigen Medien, die Probleme eines ,alleinerziehenden Bruders' vergessen. Mir ist deutlich bewusst geworden, dass ich in den letzten Monaten besonders die Sensationsgier der Reporter als überaus lästig empfinde. Dabei bin ich nicht einmal ein Schauspieler oder Rockstar, sondern eigentlich ,nur' einer der sogenannten ,meist begehrtesten Junggesellen' und ,nebenbei' Präsident eines HighTech-Spielzeugkonzerns. Früher wurden mir gelegentlich sogar Affären nachgesagt, wenn sie mich nur mit weiblicher Begleitung gesichtet haben. Anfangs wollte ich natürlich gegen manch solcher Darstellungen - besonders wenn es sich um Falschmeldungen gehandelt hat - gerichtlich vorgehen, da ich nicht wollte, dass mein Privatleben in derartigen ,Starmagazinen' zu lesen ist. Aber mein Anwaltsstab machte mir keine großen Hoffnungen wirklich effizient etwas gegen solche und kommende Artikel ausrichten zu können. Anderenfalls würde es ja zum Teil einer Pressezensur gleichkommen. Machtlos - Leute, wie ich, die normalerweise über Einfluss verfügen, sind gegen die Medien machtlos. Genau deshalb verachte ich die habgierige Medienwelt, weil ich ihr mehr oder weniger ohnmächtig gegenüberstehe. Zwar lauern so manche Geschäftspartner auch nur auf einen Fehler meinerseits oder auf einen Skandal, sodass sie ihre Chance wittern an meinen Posten zu gelangen, aber mit solchen Personen habe ich gelernt umzugehen. Jene kann ich in der schonungslosen Businesswelt durch geeignete Mittel - wie gerechtfertigte Klagen oder auch kleinere Intrigen - in ihre Schranken weisen. Derartige Spiele beherrsche und kontrolliere ich nur zu gut. Aber am einfachsten ist es, wenn ich von Haus aus keinen Grund liefere an meiner Stellung zu rütteln. Anstatt mich solchen Gedanken zu widmen, sollte ich eher den Terminplan für heute Nachmittag im Kopf durchgehen. Hm, um 14 Uhr beginnt die wichtige Sitzung mit meiner stellvertretenden Vorsitzenden. Jene ist die kompetenteste Mitarbeiterin meines ,Imperiums', weshalb ich sie vor einiger Zeit zu meiner Stellvertreterin befördert habe. Wir stimmen heute die letzten Vorbereitungen für die nun kommende große Erweiterung ab. Aufgrund des enormen Aufschwungs in den letzten Quartalen hielt ich den richtigen Zeitpunkt gekommen um zu expandieren. Ich will nun auch den europäischen Markt erobern, und dafür habe ich bereits fähige Leute ausgewählt, die genau dies bewerkstelligen können. Nächste Woche schon soll dieser neue ,Schachzug' beginnen. Hernach muss ich mir noch etwas Mathe anschauen. Mein Lehrer hat mir ja vorgestern, als ich in der Schule war, den Lehrstoff für die nächste Woche gegeben. Das war kurz bevor ich auf mou hitori no Yugi gestoßen bin... Unser sogenanntes ,Spiel'... Dieses Mal hat er sogar mitgespielt und mich dadurch außerdem ziemlich überrascht. Mou hitori no Yugi ist wahrlich der einzige, den ich als würdigen Rivalen und mir ebenbürtig ansehe. Genau deshalb habe ich ihn immer wieder unermüdlich herausgefordert, denn wenn ich keinem interessantem Gegner entgegentrete, dann ist auch das Duell für mich vollkommen uninteressant. Ausnahmen bilden dabei die Duelle mit bonkotsu, denn die sind wenigstens amüsant. Aber es hat doch mehr an meinem Selbstbewusstsein gekratzt, dass ich mich mou hitori no Yugi wieder in DuelMonsters geschlagen geben musste. Daraufhin wollte ich ein Spiel beginnen, >>ein Spiel über Macht, aber vor allem ein Spiel über Dominanz...<< Während ich an einer roten Ampel anhalten muss, schalte ich in den Leergang - da dies für den Motor schonender ist - und rufe ich mir die vergangenen Ereignisse noch einmal ins Gedächtnis. Es fing alles nach dem Finale des Battle City Turniers an. Ich habe ihn in mein Zimmer gebeten, ihn zum ersten Mal mit dieser anderen Art von Spiel konfrontiert indem ich ihn an die Wand gedrängt habe und ihn kü- ... und ihm näher gekommen bin. Es war befreiend ihm meine Dominanz spüren zu lassen. Ich konnte buchstäblich seine Demütigung und somit meine Überlegenheit in seinen markanten Augen ablesen. Gut, danach liefen unsere Kontakte ziemlich anders und distanziert ab, aber das vorgestern... Ich kam gerade von meinem Lehrer, war auf dem Weg zu Englisch und dann sah ich ihn. Er fragte mich irgendetwas - ich glaube, dass er einen Raum gesucht hat - aber ich hatte etwas ganz anderes mit ihm vor... Ich betätige die Kupplung, woraufhin ich in den ersten Gang schalten kann, und beschleunige wieder sofort als die Ampel auf ,Grün' springt. Das ganze war zwar nicht so geplant, aber diese Situation war ja schon fast ein Wink des Schicksals. Schicksal? Ich glaube, ich habe mich wohl zulange mit Isis duelliert. Es hat abgefärbt... Hätte ich ihn überhaupt in diesen Schließfachraum gezogen, wenn ich nicht vor ein paar Tagen zufällig gesehen hätte, wie er in ,meinen' Jack Cola regelrecht hineingestarrt hat? Na ja, vorgestern hat er sich gar nicht mehr so gewehrt wie beim ersten Mal. Er hatte wohl eingesehen, dass er nichts gegen mich ausrichten kann. Aber es hat mich wirklich erstaunt, dass er den Kuss erwidert hat. Mehr sogar, er hat die Spielregeln für sich genutzt und hat mich mit seiner Aktivität ziemlich erstaunt. Deshalb konnte er auch so einfach aus meinen Fängen entwischen. Darauf war ich einfach nicht gefasst gewesen. Aber wie wäre es überhaupt weitergegangen? Die Situation an sich wahr schon ziemlich riskant, da wir jeden Moment erwischt werden konnten. Jedoch war das noch ein zusätzlicher aufregender Reiz. Ich will gar nicht daran denken, was geschehen wäre, wenn doch jemand gekommen wäre. Wie konnte ich nur so verdammt leichtsinnig sein? Wieso konnte ich nur nicht widerstehen meine Hand auf seine Brust zu legen? Durch sein dünnes Shirt konnte ich sogar sein kräftiges Herz schlagen fühlen. Hatte er Angst? War er so sehr aufgeregt? Verdammt, ich wollte mich doch nicht mehr damit beschäftigen, und nun lassen mich diese störenden Gedanken nicht mehr los. Wie konnte ich nur so unvorsichtig und unüberlegt handeln? Bin ich gerade wirklich dabei die Kontrolle über dieses ,Spiel' zu verlieren? Entgleiten mir immer mehr die Fäden aus der Hand? Zum wievielten Mal stelle ich mir diese relevanten Fragen? >>power is nothing without control<< Die Kontrolle verlieren... Das darf auf keinen Fall passieren. Und es wird auch nicht soweit kommen. Dafür werde ich sorgen. Ich habe nicht mein ganzes Leben lang so hart und unerbittlich gearbeitet, nur damit alles aus privaten Gründen gefährdet wird. Auf dem Gebiet der - alltäglichen - Macht- und Dominanzspiele bin ich schließlich ein Profi geworden, denn nicht umsonst bin ich der unumstrittene Präsident einer äußerst erfolgreichen Firma. Aber ich muss mir eingestehen, dass dieses besondere ,Spiel', welches ich mit mou hitori no Yugi veranstalte, langsam aus meinen Händen gleitet bzw. bereits geglitten ist. Ich muss unbedingt etwas unternehmen. Mittlerweile bin ich bei Mokubas Schule angekommen. Kaum hat er mich entdeckt, hat er sich von einem Freund verabschiedet und kommt wie üblich gut gelaunt auf mich zu. "Hi, Seto!", grinst er mich an. "Na, war heute etwas besonderes?", frage ich ihn, während wir uns auf den Heimweg begeben. "Ne, nur ein normaler, langweiliger Schultag." Nachdem wir die Allee verlassen haben, biege ich wie gewöhnlich rechts ab um einem drohenden Verkehrsstau zu entgehen. Um die Mittagzeit kann es in dieser Gegend häufig zu Staus kommen. "Hey, Seto, ist das da rechts drüben nicht Yugi?" Yugi?! Nein, es ist mou hitori no Yugi, der da aus der Apotheke kommt. >>Kontrolle... etwas unternehmen<< Ohne noch weiter nachzudenken erblicke ich eine nahgelegene Parklücke, blinke automatisch, parke sogleich ein. "Seto?" Mokuba scheint wegen meiner Handlung etwas irritiert zu sein. "Mokuba, bleib sitzen. Es dauert nicht lange", weise ich ihn an, während ich mich abschnalle, die Türe öffne und schließlich aussteige. "Aber Seto..." ----------------------------- Anmerkung: *täglich immer an 2 echt geilen BMWs vorbeifährt* Aber nie kann ich erkennen, welche Modelle des sind. ;_; *schon auf der BMW-HP danach gesucht hat* Ja, was für ein Zufall, dass Kaiba genau da entlang fährt... *sich das gleiche auch immer bei so manchen Fernsehserien denkt* Aber es geht nun mal ned anders. >.> Atis POV "Diese Tropfen sollten Sie 3 x täglich eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten einnehmen. Dann müssten die Beschwerden spätestens übermorgen abgeklungen sein. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann müssten Sie doch auf Antibiotikum zurückgreifen", erklärt mir der freundliche Apotheker. Aibou ist krank geworden. Nichts ernstes - nur eine Erkältung. Aber genau zur unpassendsten Zeit, weil er jetzt eigentlich für seine ganzen Prüfungen fit sein sollte. Er hat mir einmal erklärt, dass die Immunabwehr laut seinem Bio-Lehrer bei Stress geschwächt ist und man deshalb für Krankheiten anfälliger ist. Im Moment schläft er zumindest im Puzzle. Er muss trotz dieser relativ banalen Erkrankung ziemlich fertig sein, da er sonst nie unter dem Tag schlafen kann. Ich dagegen fühle mich nur etwas matt, zeige aber ansonsten keinerlei Symptome seiner Erkältung. Ich verlasse die Apotheke und bewege mich auf Aibous Fahrrad zu, während ich nach dem Schlüssel für das Fahrradschloss krame. //Was?! Das kann doch wohl nicht wahr sein!// Vollkommen ungläubig muss ich feststellen, dass doch tatsächlich jemand so dreist war den Vorderreifen sowohl abzumontieren als auch mitzunehmen! Ich wurde soeben bestohlen?! Die heutige Welt hat in der Tat keinerlei Respekt mehr vor einem ehemaligen Pharao! "Verdammt...", fluche ich leise. "Du hast wohl zu lange in der Apotheke getrödelt." Hm, diese leichte Provokation, diese Selbstsicherheit, die in dieser kräftigen Stimme mitschwingt, dieser für ihn so typische Tonfall - nur er kann es sein. "Se- Kaiba, was machst du denn hier?", erwidere ich, nachdem ich mich zu jenem umgedreht hatte. Uh, das war knapp, aber konnte mir denn nichts besseres einfallen? "Ich muss dir etwas dringendes sagen. Komm um 17 Uhr in mein Büro in der KC!" Ohne auch nur eine Antwort abzuwarten dreht er sich um und geht einfach so? Er steuert auf einen silbernen BMW zu, öffnet die Türe, steigt ein und fährt weg? Einfach so? Um 17 Uhr soll ich bei ihm sein? Soll ich wirklich hingehen? Er sieht es ja als ziemlich selbstverständlich an, dass ich genau das mache, was er will. Er braucht bloß auftauchen, mir den Termin sagen und danach sofort wieder verschwinden. Ach, darüber kann ich mir später noch den Kopf zerbrechen. Jetzt ist es erst einmal wichtiger wie ich mit einem nicht mehr vollständigem Fahrrad nachhause gelange. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)